Klassisches Coaching scheitert bei Informatikern häufig am gleichen Punkt. Der Coach sagt etwas wie: “Stell dir vor, du bist ein Baum, dessen Wurzeln tief in die Erde gehen.” Und der Informatiker denkt: Das ist eine Metapher. Eine schlecht dokumentierte Metapher. Ich weiß nicht, was ich damit machen soll.
Oder: “Vertrau einfach deiner Intuition.” Und der Informatiker denkt: Meine Intuition hat kein API. Wie soll ich darauf zugreifen?
Das ist kein Versagen der Informatiker. Es ist ein Mismatch.
Warum klassisches Coaching für Informatiker oft nicht funktioniert#
Informatiker sind Präzisionsmenschen. Sie denken in Systemen, Modellen, kausalen Ketten. Sie schätzen valide Annahmen, klare Definitionen, überprüfbare Aussagen. Wenn jemand etwas behauptet, fragen sie: Wie weißt du das? Was ist die Grundlage?
Das ist eine Stärke — und sie macht konventionelles Coaching manchmal mühsam. Wenn ein Coach mit Metaphern, Intuitionsappellen oder Positiv-Denken arbeitet, bricht der Informatiker innerlich aus dem Prozess aus. Nicht aus Bösartigkeit, sondern weil das Modell nicht stimmt.
Dazu kommt: Informatiker sind es gewohnt, Probleme zu lösen. Sie kommen ins Coaching oft mit der Erwartung: Ich beschreibe das Problem, wir analysieren es, wir finden eine Lösung, ich implementiere sie. Das wäre ein Ticket-System für das eigene Leben — und es funktioniert bei menschlichen Mustern nicht.
Was Informatiker im Coaching brauchen#
Präzision. Wenn ich eine These aufstelle — über Nervensystem, über Muster, über Körperwahrnehmung — will ich erklären können, woher sie kommt. Nicht weil Coaching wissenschaftlich sein muss, sondern weil Informatiker zu Recht kritisch sind und das respektiert werden sollte.
Modelle, die ehrlich sind über ihre Grenzen. Die Polyvagal-Theorie ist ein Modell — kein Gesetz, keine Wahrheit. Es ist nützlich, weil es hilft, Erfahrungen einzuordnen. Das ist mehr als viele andere Frameworks leisten. Und weniger als ein Informatiker vielleicht gewohnt ist.
Direktheit ohne Umweg. Kein therapeutisches Herumtasten, kein “Was könntest du damit meinen?” wenn die Antwort offensichtlich ist. Ich komme selbst aus der IT. Ich weiß, wie Kopfmenschen denken. Ich rede genauso.
Den Körper einbeziehen — ohne Esoterik. Das ist der entscheidende Schritt, der in vielen Coaching-Kontexten fehlt. Für Informatiker ist es wichtig zu wissen: Das Einbeziehen des Körpers hat neurobiologische Grundlagen. Es ist kein Mystizismus. Und es ist der Teil, der tatsächlich etwas verändert — weil das Nervensystem durch Erfahrung lernt, nicht durch Kognition.
Wie körperorientiertes Coaching für Informatiker aussieht#
Es sieht nicht nach Yoga aus. Es sieht nicht nach Atemworkshop aus. Es ist ein Gespräch — mit dem Unterschied, dass ich dich immer wieder frage: Was passiert gerade in deinem Körper? Nicht metaphorisch. Konkret.
“Du hast gerade gezögert, bevor du das gesagt hast. Was war das?”
“Du schaust nach unten. Was verändert sich gerade?”
“Merk mal kurz auf dein Atemmuster. Was beobachtest du?”
Das sind Fragen, die einen Informatiker nicht mit Mystikersprache überfordern. Die aber anfangen, eine andere Art von Wahrnehmung zu üben — eine, die dem Kopf erlaubt, endlich Pause zu machen.
Coaching für Informatiker funktioniert, wenn es in der richtigen Sprache spricht. Das ist kein Zugeständnis an Schwäche. Es ist einfach gute Usability.
Wenn du neugierig bist, wie das konkret ausschaut — und ob das für dich passt —, ist der beste Einstieg ein unverbindliches Erstgespräch: Embodiment-Coaching für Kopfmenschen.